Spielzeit 2025/26

Premiere 19.9.2025
aktuelle Spielermine

Das Floß der Medusa
nach Georg Kaiser in einer Bearbeitung von Fabiola Kuonen und Ensemble
@Düsseldorfer Schauspielhaus

Nebel. Dreizehn Kinder treiben nach einem Schiffsunglück auf dem Meer. Der Proviant wird nicht mehr lange reichen. Nicht für alle. Mit der Entdeckung einer Insel kommt Hoffnung auf: Vielleicht findet sich hier eine Gegenwelt, in der sie Kinder sein dürfen und das Zusammenleben nach eigenen Regeln gestalten können? Doch jede Nacht fressen sich Erinnerungen, Ängste und Albträume in die Gruppe. Die Zahl dreizehn bedeutet Unglück, behaupten die einen, das sei Aberglaube, sagen die anderen. Doch was, wenn sie wirklich erst gerettet werden, wenn sie nicht mehr dreizehn sind? Und wer von ihnen ist überzählig? Auf engstem Raum beginnt ein Überlebenskampf und radikale Entscheidungen werden getroffen.

Die Schweizer Regisseurin Fabiola Kuonen verbindet Sprechchöre, musikalische und choreografische Elemente mit dem Expressionismus von Georg Kaiser. Dreizehn Spieler:innen von 9 bis 17 Jahren erkunden den Klassiker und ergänzen ihn um ihre Perspektiven sowie um die großen Fragen: Um welchen Preis wollen wir überleben? Welche Werte und Regeln bestimmen das Zusammenleben, wenn es um alles geht? In was für einer Welt möchten wir leben?

Premiere 27.11.2025
Vorstellungen ZeughausKultur Brig am 12./13./14.3.26

RUPTURES
the power of saying no
@HochX Theater und Live Art
@ZeughausKultur Brig

RUPTURES, das französische Wort für „Disruptionen“, ist eine Konfrontation und eine poetische Suche nach neuen Verbindungen zwischen Theater, Tanz und Musik. Wer kann Nein sagen – und was hindert uns daran? Welche Selbstermächtigung liegt in der Verweigerung, gerade für Frauen*? Ausgehend von mehr als 50 Interviews sucht die Deutsch-Schweizer-Kroarische Gruppe nach einem solidarischen Gegenentwurf zur Ohnmacht, die oft mit grenzüberschreitenden Situationen einhergeht. Eine Schauspielerin, eine Tänzerin und eine Musikerin beschwören gemeinsam auf der Bühne Geister zwischen passiver Verweigerung und aktivem Zur-Wehr-Setzen. RUPTURES öffnet den Spalt, durch den sich Stille in Bewegung verwandelt. Ein Nein wird zum Chor, ein Riss zur Einladung: Lasst uns im Nein zusammenfinden!

Premiere 26.6.2026

KING ARTHUR JUNIOR
Purcell/Kampe
Libretto von Fabiola Kuonen
Neukomposition von Gordon Kampe
@Salzburger Festspiele

Arthur, Oswaldine und Emmeline sind befreundet. Doch als der große Zauberer Merlin seinen Sohn Arthur als Nachfolger bestimmt, gerät ihre Freundschaft ins Wanken. Oswaldine will beweisen, dass sie für den Job viel geeigneter ist als der ängstliche Arthur, und zieht dabei alle Register – Kampf, Zauberei, Täuschung, auch Luftgeist Philidel und Erdgeist Grimbald werden auf den Plan gerufen. Und sogar Emmeline wird im Streit um die Nachfolge zum Spielball.

Komponist Gordon Kampe und Regisseurin und Librettistin Fabiola Kuonen beschwören mit Musik von Henry Purcell, einem zehnköpfigen Ensemble, fünf Sänger·innen und einer Puppenspielerin einen Zauberwald voller Geister. Müssen Heldinnen und Helden wirklich kämpfen? Oder steckt nicht der größte Zauber in Freundschaft, Vertrauen und dem Mut, die Welt – und sich selbst – mit neuen Augen zu sehen?

Du bist meine Erinnerung.

Premiere 29.4.2026

Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück
von Zoran Drvenkar
@Theater Trier

Kai und sein Opa Anton mögen einander sehr. Gemeinsam tauchen sie ein in die vertrauten Heldenerzählungen vom dement werdenden Opa und durchleben neu. Doch plötzlich will Opa seine alten Schilderungen nicht mehr wiedererkennen. Das war doch alles ganz anders. Welcher Version dieser Geschichte soll sein Enkel glauben? Was ist da wirklich passiert in diesem Krieg? War Opa am Ende gar nicht der strahlende Held? Dieser berührende, humorvolle Dialog zwischen den Generationen ist nicht nur eine abenteuerliche Reise in die Vergangenheit, sondern auch eine intensive Annäherung an die Wahrheit und den Umgang mit dem Vergessen, Verdrängung und Helden-Mythen.

Wiederaufgenommen aus der Spielzeit 2024/25

Premiere 28.11.2024
aktuelle Spielermine

Der wiedergefundene Freund
ein Klassenzimmerstück von Lena Gorelik
nach einer Erzählung von Fred Uhlman
@Residenztheater München

Zwei 16-jährige Jungen gehen in den 1930er-Jahren in dieselbe Klasse. Hans Schwarz, Sohn eines jüdischen Arztes, und Konradin von Hohenfels aus einer reichen Adelsfamilie, entwickeln eine innige Freundschaft. Doch politische Spannungen und Antisemitismus stellt die Freundschaft auf die Probe. Die Münchner Autorin Lena Gorelik hat in ihrem Jugendbuch «Mehr Schwarz als Lila», das im Residenztheater uraufgeführt wurde, auf sehr prägnante Weise unseren heutigen Umgang mit der NS-Vergangenheit befragt. Nun überträgt sie «Der wiedergefundene Freund» in die Gegenwart. Das Stück fragt nach den Parallelen zwischen den Ereignissen der 1930er und dem heutigen Rechtsruck. Was sind die Zeichen, die wir nicht übersehen dürfen? Und welches utopische Potential bieten Freund*innenschaften in Zeiten wachsenden ideologischen Drucks und eines kälter werdenden Gesellschaftsklimas?

Premiere 7. Mai 2025

Karten

Heartship
@Residenztheater München

Als Ann sie zum ersten Mal sieht, steht Sara – wie an jedem letzten Donnerstag im Monat – auf der Bühne der Bar «Heartship» und sagt mit ihrem furiosen Stand-up-Auftritt dem Patriarchat den Kampf an. Von diesem Moment an ist die rationale Augenärztin und alleinerziehende Mutter fasziniert von Saras unerschrockener Art. Es entwickelt sich zwischen den beiden eine Verbindung, die sich jenseits der Konventionen romantischer Beziehungen oder platonischer Freundschaften bewegt – eine Heartship eben.
Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Caren Jeß zeichnet in ihrem neuen Stück ein zärtliches, wütendes, komisches und zugleich tief berührendes Porträt zweier Menschen, die in einer Welt voller Druck, Sexismus und Erwartungen zueinander finden. Regisseurin Fabiola Kuonen verwandelt den Marstall Salon in die «Heartship»-Bar und lädt ein zu einer feministischen Feier der Freiheit und der Liebe in all ihren Formen.